AWO plant Seniorenheim mit 96 Pflegeplätzen in Neuburg

Von Gönül Frey, (Neuburger Rundschau Artikel vom 10.01.08) 



Neuburg. Ein zusätzliches Seniorenheim mit 96 Pflegeplätzen will die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Neuburg betreiben. Gestern stellten Bauherr Hans Mayr und Eberhard Gulde, Vorstandsvorsitzender der AWO Schwaben, ihre Pläne für das Sechs-Millionen-Projekt vor. Mayr baut und vermietet dann an die AWO. Standort ist ein Teil des ehemaligen Goldix-Geländes zwischen Längenmühlweg und Lori-Straße, welches direkt an das AWO-Sozialzentrum angrenzt. Möglichst schon im Mai soll der Baubeginn sein, Dauer in etwa ein Jahr. 70 bis 80 neue Arbeitsplätze werden laut Gulde hier entstehen.

Direkt neben Sozialzentrum

"Wir würden am liebsten sofort beginnen, aber wir können das Gebäude noch nicht abreißen, weil Goldix dort noch Waren lagert", erklärt Hans Mayr. Wie berichtet, hatte seine Firma das Gelände aufgekauft, weil sich das Neuburger Unternehmen stark verkleinert hat. Erst mit diesem Grundstückskauf stieß die Firma Mayr, die schon lange Pläne für ein Seniorenheim hegt, auf die AWO. Denn diese ist mit ihrem Sozialzentrum direkter Grundstücksnachbar.

"Wir wollen hier natürlich Synergien nutzen. Zum Beispiel soll die Großküche auch die Sozialstation und unser Essen auf Rädern mitversorgen", erklärt Gulde. Auch was die Verwaltung betrifft, könne man zusammenarbeiten.

Das Seniorenheim soll energiesparend gebaut werden und dient damit zugleich als Studienobjekt für f10 und die FH Augsburg, die an diesem Beispiel errechnen wollen, wie viel es kosten würde, ein Pflegeheim als Passivhaus zu bauen.

Hatte Mayr die Pläne ursprünglich selbst in seiner Firma entworfen, entschied er sich dann doch für den externen Architekten Wolfgang Schinharl. Dieser hat bereits 42 Pflegeheime geplant und gilt als ausgewiesener Experte. "Wir haben uns das AWO-Heim in Königsbrunn angeschaut und dann sind wir heimgefahren und haben unsere Pläne zerrissen", erzählt Mayr.

Viele Elemente, die das Gebäude in Königsbrunn ausmachen, werden sich auch in Neuburg finden. Der Eingangsbereich mit dem hellen Lichtschacht und dem offenen Aufzug zum Beispiel und die gemütlichen Wohn-/Ess-Bereiche auf allen drei Obergeschossen. "Vom Charakter her soll es mehr wie ein offenes Hotel- und Wohnhaus wirken", erklärt der Architekt.

Das Heim wird aus zwei Baukörpern bestehen, die über einen Mitteltrakt verbunden sind. Die Erschließung findet vom Süden, also vom Längenmühlweg aus statt, Zulieferung und Mitarbeiterparkplätze sind an der Nordseite.

Wie die NR berichtete, reicht in Neuburg die Zahl der Pflegeplätze nicht, um den hiesigen Bedarf zu decken. "Das soll kein Angriff auf unsere Pflegeheime auf dem Land sein. Aber ich finde, Neuburger Bürger sollen auch in Neuburg alt werden können", sagt Bauherr Hans Mayr.

Bewegung auch beim BRK

Bewegung ist auch in die stagnierenden Pläne eines BRK-Neubaus gekommen. Wie berichtet soll ein neues Pflegeheim neben dem Krankenhaus den sanierungsbedürftigen Bau in der Richard-Wagner-Straße ersetzen. Bisher waren die Angebote jedoch zu teuer für das BRK. "Gerade heute liegt uns ein neues Angebot vor, das in einem Bereich liegt, den wir uns leisten können", sagte BRK-Kreisvorsitzender Bernhard Gmehling gestern auf Anfrage. Nun gelte es zu prüfen, ob der Anbieter auch den Qualitätsansprüchen genügt. Einen Beispielbau in Thüringen möchte Gmehling so bald als möglich in Augenschein nehmen. In Bezug auf die geplante AWO-Einrichtung meinte der BRK-Vorsitzende: "Ich denke, dass Neuburg durchaus ein weiteres Heim verträgt. Aber das BRK braucht natürlich unbedingt einen Neubau, um hier konkurrenzfähig zu bleiben."